Schützenverein

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Wer sich für die Schützengeschichte interessiert, sollte sich die Zeit nehmen die Beiträge zu lesen.

Es sind sehr interessante historische Fakten dabei die das Brauchtum und den Hintergrund unseres Schützenfestes für den ein oder anderen in ein ganz anderes Licht rücken.

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Bei dieser Überschrift mag ein unbefangener Leser gleich stutzen: Gibt es in Mesum zweierlei unterschiedliche Geschichtsschreibungen? Die der Schützen und die der Schützenvereinigung? Es gibt sie. Denn das Schützenwesen ist in Mesum viel, viel älter als 125 Jahre. Es gab hier im Ort schon weit vor 1877 nachweisbar Schützen. Denn “Mesum ist keineswegs ein Entwicklungsland in Sachen Schützenwesen, wenn dies vorschnell ein Blick in die nächste Nachbarschaft mit ihren uralten Schützenvereinen wie Bürgerschützenverein Bevergern von 1425, Ludgerus-Schützengilde Elte von 1478, Schützengesellschaft Hollich von 1490, Allgemeine Bürgerschützengilde Rheine von 1616, Schützenverein Altenrheine von 1650 oder Westumer Schützen Emsdetten von 1713 auch vermuten lassen könnte.”

So kann man es im Festbuch der Schützenvereinigung “1877 – 2002: 125 Jahre Dorfschützen Mesum”, das zum Jubiläum erscheinen wird, lesen. In diesem Buch, aber auch in den beiden anderen Vereinsschriften “Das Schützenwesen hoch in Ehren: 75 Jahren Schützenvereinigung Mesum 1877” aus dem Jahr 1952 und “Festschrift aus Anlaß des 100 jährigen Bestehens der Schützenvereinigung 1877 Mesum e.V.” von 1977 kann man sich ausführlich informieren lassen, dass es in Mesum nachweislich schon 1829 Schützenfeste gab. Denn aus dieser Zeit und den nachfolgenden Jahren berichtet der zuständige Amtmann wiederholt von feiernden Schützen, von Vogelschießen und Schützenfesten in Mesum: im Dorf und im Kirchspiel.

Es gab also hier zwei Vereine. Allerdings dürfen wir wohl kaum von einem Verein in heutigem Sinne sprechen. Denn es waren die Einwohner, die das Fest für ihre Nachbarschaft, Gemeinde oder Bauerschaft organisierten und feierten.

Was waren das nun für Feste? Wie sahen sie aus? Am Anfang stand das Vogelschießen. Denn in Mesum schossen die Männer nicht auf eine Scheibe, um ihren besten Schützen zu ermitteln, der dann zum Schützenkönig proklamiert wurde, sondern auf einen hölzernen Vogel. Wie die Feier verlief auch das Schießen nach alten Vorschriften, Bräuchen und Traditionen. Es existierte eigens ein ausgewiesener Schießplatz, den der Amtmann als Sicherheitsbeauftragter vorher überprüfen musste. Abends gab es eine “Tanz-Lustbarkeit”. Die Teilnahme an dieser Zusammenkunft war für die Frauen aus Mesum “deren einziger Genuss für das ganze Jahr”, wie Amtmann Forstmann 1829 in einem Schreiben vermerkt. Mitunter kamen als Gäste auch Einwohner aus Nachbarorten dazu, meist junge Männer. Das ganze Vergnügen war auf einen Tag beschränkt. Die staatliche Obrigkeit und die Ortsgeistlichkeit achteten damals im 19. Jahrhundert sehr streng darauf, dass die Feiern stets im Rahmen blieben. Dennoch gab es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen den Schützen und Vertretern von Staat und Kirche. Letztere übten allerlei Repressalien, Verbote und Druck aus. Wiederholt wurde versucht, die Schießfeste und Tanzlustbarkeiten ganz aufzuheben. Diese Bemühungen der Behörden zogen sich wie ein roter Faden durch das ganze Jahrhundert. Wie weit dabei das Argument der Wahrung von Anstand, Sitte und Moral vorgeschoben und es der Obrigkeit mehr um das drastische Einhalten von Ordnung und Ruhe im (politischen) Alltag ging, kann man heute allenfalls erahnen, aber weniger eindeutig beweisen.
Es steht sicherlich fest, dass zum Ausgang des 19. Jahrhunderts mit dem Aufkommen von Industrie und Wirtschaft ein Arbeiterproletariat entstand und es hier vermehrt zu politisch motivierten Unruhen kam, die die Regierung übereifrig bei jeder Gelegenheit im Keime ersticken wollte. Wobei es allerdings in unserem Raum kaum zu nennenswerten, politisch motivierten Tumulten kam. Die Feste der Schützengesellschaften wurden in Mesum keineswegs, der Tummelplatz für die losen Elemente der Fabrikbevölkerung von Rheine und Emsdetten, wie die Mesumer Ortsgeistlichkeit noch 1896 befürchtete.

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Wie in vielen Vereinen fehlen bei den Mesumer Dorfschützen als ältestem Schützenverein im Ort alle Daten und Unterlagen aus der Gründerzeit. Urkunden und andere schriftliche Quellen über die Entstehungszeit liegen nicht mehr vor.

Zwei Indizien weisen auf das Jahr 1877 hin, das daraufhin die Schützenvereinigung als Gründungsjahr in ihre Vereinsannalen übernahm. Zunächst einmal trägt die alte Schützenfahne die Jahreszahl 1877. Man nimmt nun an, dass die Fahne in diesem Jahr entstand oder angeschafft wurde. Fahne der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft Mesum 1877 Zum anderen weiß man noch aus alten Erzählungen von einem Anton Post, der in dem Jahr die Würde des Königs errang.

Warum erinnert man sich nun gerade an ihn? Wir wissen es heute nicht mehr, die jetzige Königskette beginnt erst mit Hubert Rott im Jahre 1900. Lückenlos habe man auch noch die Könige bis 1889 feststellen können, schreibt die Schützenfestschrift von 1952. So kann man es in der Festschrift von 1977 auf Seite 30 nachlesen. Der erste Verein hieß allerdings damals “Junggesellen-Schützen-Gesellschaft Mesum 1877”. Damit wissen wir auch, dass hier nur unverheiratete junge Männer Mitglied werden konnten.

Die Männer feierten jedoch, so kann man einem Brief von 1896 entnehmen, ebenfalls wie die Junggesellen zwei Tage Schützenfest, ohne dass es für sie eigens einen Verein gab. Den gründeten 1913 im südlichen Mesumer Bereich einige Männer, die ihren Verein nach dem Einzugsgebiet “Schützenverein Kolge, Thie und Venn” nannten. 1924 erweiterte sich diese wohl von Anfang an nur kleine Gruppierung zu “Allgemeiner Bürger-Schützen-Verein”. Zählen wir den 1910 im Ortsteil Feld gegründeten “Bürgerschützenverein Mesum-Feld” hinzu, so gab es damals in Mesum drei Schützenvereine.

Kehren wir zu den Junggesellen-Schützen zurück. Ihr Vereinslokal war lange der “Gasthof zur Krone” mit der Wirtsfamilie Pomes (1950 eröffnete hier Otto Schulze die “Kronenhof-Lichtspiele”, 1995 brannte das Besitztum, in dem auch die Diskothek “Albatros” untergebracht war, weitgehend ab, so dass der Gebäuderest abgerissen werden musste.).

Das Schützenfest der Junggesellen wurde reihum bei verschiedenen Wirten gefeiert, die dazu ein Zelt aufstellten. Erst ab 1912, als Wirt Borcharding mit tatkräftiger Hilfe der Dorfschützen einen Saalbau bekam, zogen die Junggesellen auf Dauer dorthin als Vereinslokal und feierten hier fortan ihre Feste wie Schützenfest und Fastnacht und spielten dort Theater.

Die Vereinsgeschichte verzeichnet wie im wirklichen Leben Höhen und Tiefen. So musste man in kriegerischen und wirtschaftlichen Notzeiten die Feste ausfallen lassen oder auf einen Tag beschränken. Ein entscheidendes Jahr in den Annalen war 1937. Es brachte, wenn man es poetisch ausdrücken will, die zweite Geburtsstunde und damit die eigentliche Vereinigung. Dazu berichtet das neue Festbuch zum 125-Jährigen: “Auf großen Druck der örtlichen und regionalen NS-Politiker, vor allem von NSDAP-Unterkreis-Schützenführer Tüte aus Rheine, schlossen sich die “Junggesellen-Schützen-Gesellschaft 1877” und der “Allgemeine Bürger-Schützen-Verein Mesum” zur “Schützenvereinigung 1877 Mesum” zusammen. Erster Vorsitzender wurde Karl Greiwe. Zum neuen Vorstand gehörten ferner August Reckenfelderbäumer als stellvertretender Vorsitzender (bis dahin Vorsitzender der Bürgerschützen), Clemens Mersmann (Kassierer), Heinrich Bischof (Schriftführer), Anton Berkemeyer, Alfons Kampel (Beisitzer). Außerdem bestand ein “Ältestenrat” mit Franz Achterkamp, Anton Ringbeck, Anton Deitmar und Viktor Feismann, der bei Streitigkeiten vermitteln und schlichten sollte. Beide Vereine brachten ihre Fahne in den neuen Verein ein. Ein wichtiges Argument der Obrigkeit war damals, den Schießsport (als Wehrertüchtigung) stärker fördern zu wollen. Eine Zwangsvereinigung mit den Feldschützen konnte damals vermieden werden.

Während die Kriegsjahre 1914 – 1918 und 1939 – 1945 und die jeweiligen Nachkriegszeiten zu den absoluten Tiefpunkten zählten, so waren die Jubelfeste, vor allem 1952 und 1977 glanzvolle Festereignisse und Highlights. Sowohl das 75- als auch das 100-jährige Bestehen wurden mit großem Aufwand, mit Stermärschen vieler Gastvereine, Umzügen, Kaiserschießen und Jubiläumstänzen glanzvoll und ausgiebig gefeiert, so dass beide Jubelfeste einen herausragenden Platz in der Vereinsgeschichte einnehmen. Daran wird sich dann das nächste Jubiläum zum 125-Jährigen würdig anreihen (Siehe dazu “Festprogramm: Die Feiern im Jubeljahr 2002”!) Festumzug Jubelfest 1952.

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Auch hier mag ein unbefangener Leser zunächst stutzen: Was feiern Schützen den noch außer Schützenfest? Zu diesem Fest kam dann noch am Tag danach das traditionelle “Hexen”, dieses unnachahmliche, urkomische und Außenstehenden nur schwer zu erklärende Nachfest.

Dazu versammelten sich schon früher die aktivsten Schützen, um abzurechnen und die Reste zu verzehren. Daraus wurde dann im Laufe der Zeit ein fast eigenständiges Nachfeiern, zu dem sich in neuester Zeit bis zu 200 meist junge Männer versammeln, um das soeben abgelaufene Schützenfest noch einmal zu durchleben. Das ist jedes Mal ein Riesenvergnügen und tolles Spektakel. Denn dabei nehmen sich die Mitglieder selbst mit viel Spaß, Ulk und Selbstironie kräftig auf die berühmte Schippe.

Doch das Schützenfest ist, wie bei anderen Schützenvereinen in der Nachbarschaft ähnlich, nicht das einzige Jahresfest. Die Dorfschützen verstanden sich immer auch als Ausrichter der traditionellen Mesumer Fastnacht. Auch dazu kennt sich das neue Festbuch aus: Schon im ältesten schriftlichen Dokument der Vereinsgeschichte, dem Kassenbuch, das ab 1911 geführt wurde, ist von Fastnachtsveranstaltungen, also im heutigen Sinne von Karneval, die Rede. Vermutlich haben die Junggesellenschützen von Anfang an das alte und offensichtlich im Dorf sehr populäre Brauchtumsfest gefeiert. Damit lagen die beliebtesten Dorffeste Schützenfest und Karneval in Mesum wohl immer in einer Hand. Nicht feststellbar ist, ob Fastnacht von Anfang an mehr ein Vereinsfest für die Mitglieder und wie groß die Öffnung für andere Leute war. Eintragungen in den alten Kassenbüchern lassen eher eine enge Vereinsbindung vermuten.

Zu einem offenen Volksvergnügen für alle entwickelte sich das Fest wohl erst in späteren Jahren. Neben dem traditionellen Kostümball zur Fastnacht gab es hierzu noch weitere lustige Aktionen wie Würsteaufholen und gemeinsames Erbsensuppenessen. Die Dorfschützen übernahmen das närrische Brauchtum von ihren Vorvätern, pflegen es noch heute und bereicherten es ab 1968 um den beliebten Sitzungskarneval.

Den feiern sie seit 1979 in einem großen beheizten Festzelt auf dem Hof der alten Johannesschule. Zum Mesumer Karneval gehört seit alters her, dass sich dazu der Ort in das unwiese “Klein-Berlin” verwandelt. Wie es einst dazu kam, darüber klärt das Festbuch kurz auf: “Einmal im Jahr verwandelt sich das Dorf Mesum in das närrische Klein-Berlin”.

Deutlich wird dies u.a. in der Karnevalszeitung, Klein-Berliner Posaune und im ,Klein-Berliner Narrengold-Orden’. Diese Ortsbezeichnung in der fünften Jahreszeit stammt aus der Gründerzeit im 19. Jahrhundert, als Mesum einen Bahnanschluss an der neuen Strecke Münster – Rheine erhielt. 1856 bekamen damit die “kleinen” Leute von Mesum wie die Einwohner der großen Hauptstadt Berlin einen Bahnhof. Daraus mag sich zunächst der Spottvers bei den neidischen Nachbarn, die keinen Bahnanschluss bekamen, von “den kleinen Berlinern” entwickelt haben. Die Mesumer reagierten gelassen und humorvoll und nahmen die neue Bezeichnung mehr als Auszeichnung denn als Beschimpfung an.

Seit vielen Jahrzehnten gilt “Klein-Berlin” zudem als ein Markenzeichen für originellen, unverfälschten Mesumer Karneval. Zu den beiden Hauptfesten der Schützen kam 1957 erstmals das Sommerfest für die Kinder hinzu, das dann 1980 zum Kinderschützenfest aufgewertet und erweitert wurde. Denn zu den vielen Spielangeboten mit Sackhüpfen, Eierlaufen, Tauklettern, Ballwerfen und Kasperletheater kam nun der Wettbewerb um die Würde eines Kinderkönigs hinzu. Den richtete lange Zeit der Seniorenspielmannszug mit einem Ringewerfen aus. In neuerer Zeit schießen die Kinder, wobei die Mädchen völlig gleichberechtigt sind, mit einer Armbrust und Tennisbällen auf einen Vogel.

Bemerkenswert ist, dass es seit 1922 kein Fest bei den Dorfschützen gibt, wo nicht ihr Spielmannszug mit feiner Musik für beste Unterhaltung und/oder für flotte Marschbegleitung sorgt. Es gab in Mesum schon vor dem 1. Weltkrieg einen Musikzug, den der damalige Kaplan Dr. Johann Veen ins Leben rief, der sich allerdings dann nach dessen Weggang und durch die Kriegsumstände wieder auflöste. Vermutlich griff 1922 die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft die Idee zu einem Musikzug auf. So kam es zur Gründung eines eigenen Spielmannszuges, der zunächst als Erkennungszeichen sogenannte “Schwalbennester” auf den Schulterstücken der Jacken trug. Spielmannszug 1924.

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Wenn sich die Mesumer Dorfschützen traditionsbewusst geben und alte Schützenbräuche hegen und pflegen, dann ist das mehr als nur liebgewordenen Erinnerungen an vergangene Zeiten nachzugehen.

Das beweist ein Blick in das eben schon mehrfach zitierte Festbuch: “Die Schützenvereinigung Mesum 1877 e.V.” sieht sich vorrangig, aber auch nicht ausschließlich als Organisator ihrer regelmäßigen Großfeste wie Schützenfest, Karneval, Sommerfest und Kinderschützentag und als Förderer und Erhalter des Schützenbrauchtums. Sie pflegt und fördert noch heute dazu sorgfältig und sachgerecht das überlieferte Erbe und Brauchtum rund um das alte Schützenwesen in Mesum.

Als weitere Vereinsaufgaben nennt ihre Satzung, sinnvolle Freizeitgestaltung durch gesellige und gesellschaftliche Veranstaltungen, Mitarbeit bei der Pflege und Erhaltung alten Brauchtums im Ort, vor allem Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, Mitgestaltung und Förderung, Pflege und Ausbau von kulturellen Veranstaltungen verschiedener Art im Ort, Durchführung und Organisation traditioneller Mesumer Volksfeste’. Diese Mitarbeit und Mitverantwortung und der offene Blick über den engen Tellerrand von Vereinspolitik weit in die Gemeinde und den Stadtteil Mesum werden deutlich bei verschiedenen Projekten, Aktionen, übervereinlichen Veranstaltungen und Ereignissen.

Die Dorfschützen setzten in ihrer Geschichte, namentlich der jüngeren, viele markante Meilensteine ihres kommunalpolitischen, sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Engagements in Mesum, von denen wir hier nur einige anführen wollen: aktive Mitgestaltung im Verband Mesumer Vereine, finanzielle und integrative Unterstützung der örtlichen Behindertenarbeit, Organisation von Dorffesten, tatkräftige Mitarbeit im Kampf um den Erhalt der Don-Bosco-Hauptschule vor Ort, Vorarbeiten zum Neuaufbau des Ehrenmales, Aufstellen des Vereinsbaumes.

Deutlich werden diese Sicht und Interpretation von Vereinsarbeit im neuen Vereinswappen, das zum 125-jährigen Jubelfest geschaffen wurde. Besonders auffallend ist dabei, dass die Dorfschützen dabei das allseits gut bekannte und bei fast allen gleichartigen Vereinen gebräuchliche Schützenmotiv mit Eichenlaubkranz, Zielscheibe und gekreuzten Gewehren völlig außer Acht lassen und ein ganz neues Wappenbild kreierten, wie es im Festbuch beschrieben ist: “Das Wappen der Schützenvereinigung Mesum 1877 e.V.”

Das Wappenbild ist durch zwei schräge Linien geteilt, die von links oben nach rechts unten verlaufen und drei etwa gleich große Schildteile entstehen lassen. Deren Anordnung, Farbgebung, Bebilderung und Beschriftung ist von tiefer Symbolik. Das obere Feld, das sofort ins Auge fällt, zeigt die grüne Farbe der Schützen mit der Jahreszahl 1877 darin. Hier wird deutlich: Die Vereinigung versteht sich seit ihrer (nachweisbaren) Geschichte in erster Linie als Schützenverein: dem regionalen und lokalen Schützenbrauchtum verpflichtet, in alte lokale Festtraditionen eingebunden, als Mitglied in der Schützengemeinschaft Rheine. Die Jahreszahl 1877 ist deutlicher Hinweis auf das offizielle Gründungsjahr der Dorfschützen und damit unverwechselbar auf “ihr” Wappen.

Das zweite, mittlere Feld erscheint als ein silbernes Band ohne weitere Kennzeichnung. Hier nehmen die Dorfschützen die Hauptfarbe des Mesumer Gemeindewappens auf, das bekanntlich die Meise, auf einem grünen Nestrand sitzend, vor silbernem Hintergrund zeigt.

Damit rücken die Schützen aus dem Dorf ihr Verwurzeltsein mit dem Dorf Mesum eindrucksvoll in den Mittelpunkt ihres Wappens. Sie sehen sich fest eingebunden in das Gemeinwohl, zu dem sie aktiv und mitgestaltend ihren Part beitragen. Gemeinde, Gemeinschaft der Bürger und Verein bedingen einander in komplexen Beziehungen. Im linken, unteren Drittel dominiert ein starkes rotbraunes Seil, zu einem kräftigen Knoten fest verknüpft. Die Botschaft ist unmissverständlich: Nur als intakte, fest zusammengefügte Gemeinschaft sind wir stark. Nur gemeinsam und miteinander verknotet und verbunden können die Mitglieder und Bürger ihre Ziele und Aufgaben meistern.

Farblich greift das dritte Feld die zweite Schützenfarbe, das Weiß, auf. Das traditionelle Grün-Weiß der Schützen, immer sichtbar zu ihren Festen in den Fahnen, rahmt das Silber der Gemeinde im Wappenzentrum ein. Gemeinde und Schützen, das war immer und bleibt auch künftig eine verpflichtende Einheit. Gemeinsam sind wir stark!

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